Vom Nomnom gegen Piz Groven
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Grosse Ehre für die Arbeitsgemeinschaft Val Calanca der Kantonsschule Sursee

Anerkennung für 25 Jahre gelebte Solidarität

 

«Wir wollen gemeinsam lernen, Solidarität zu leben, indem wir einen kleinen Teil unserer Freizeit nutzen,
um Mitmenschen mit geeigneten Projekten zu helfen.»

 

Unter diesem Motto des Gründers und lnitiators Dr. Hans Urech, Lehrer an der Kantonsschule Sursee, leistet die Arbeitsgemeinschaft Val Calanca seit über 25 Jahren Unterstützungsarbeit im Calancatal.

Ein grosser Freund und Gönner der Arbeitsgemeinschaft, Dr. Maximilian Bickhoff aus Dortmund, lud anlässlich seines 75. Geburtstages seine engsten Freunde zum Gottesdienst in die vor 10 Jahren vom drohenden Einsturz gerettete herrliche Kapelle von Lasciallo im Calancatal ein. Die Eucharistiefeier zelebrierte kein Geringerer als der Bischof von Eichstätt, Dr. Walter Mixa! Der Jubilar und seine Gäste wollten auf diesem Wege ihre Anerkennung für das Solidaritätsprojekt der Arbeitsgemeinschaft zum Ausdruck bringen.

Am eindrücklichen Gottesdienst nahm auch eine Delegation der Behörden der Gemeinde Cauco teil, zu der die Arbeitsgemeinschaft besonders enge Kontakte unterhält. Bei der anschliessenden Brotzeit im Kulturzentrum «La Cascata» in Augio und beim gemeinsamen Gang durch die Ausstellung «25 Jahre Arbeitsgemeinschaft Val Calanca» durften die anwesenden Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft spüren, wie tief die internationale Gästeschar vom Projekt beeindruckt war und wie sehr die einheimische Bevölkerung ihre Arbeit schätzt. So bleibt zu hoffen, dass das begonnene Werk noch auf Jahre hinaus weitergeführt werden kann.

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"Manchmal geschehen Wunder" meinte der Denkmalpfleger des Kantons Graubünden, Dr. Hans Rutishauser, anlässlich der Einweihung der restaurierten Kapelle vor bald 10 Jahren; mit dem Wunder meinte er die Rettung der Kapelle hier in Lasciallo als Ergebnis einer grossartigen Leistung der Solidarität.

Dass heute hier wiederum Menschen aus verschiedenen Regionen Europas versammelt sind, um die Solidaritätsarbeit einer kleinen Arbeitsgemeinschaft zu würdigen, ist ein weiteres kleines Wunder und für uns eine grosse Ehre. Die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg, das Miteinander von Einheimischen uns Auswärtigen wird für uns alle wieder sichtbar.
Ganz gewiss ein Wunder ist auch die Anwesenheit von Herrn Bischof Dr. Walter Mixa aus Eichstätt - ein bayerischer Bischof zelebriert einen Gottesdienst in jener kleinen Kapelle, zu deren Rettung das Bistum Chur keinen Beitrag geleistet hat-, herzlich willkommen hier im Calancatal und vielen Dank. Ausgerechnet zwischen Eichstätt und Lasciallo gibt es auch eine indirekte Beziehung. Hier in Lasciallo sind Wurzeln jener barocken Baukunst, die im 17. und 18. Jahrhundert weite Teile Europas, vor allem den süddeutschen Raum erfasst und geprägt hat. Vielleicht haben Schüler der Baumeister und Stukkateure von Lasciallo in der. bayerischen Bischofsstadt gearbeitet, deren barockes Stadtbild zu den bedeutendsten in Süddeutschland gehört. Jedenfalls hat unser Restaurator in Lasciallo, Herr Marco Somaini aus Roveredo bereits Führungen in Eichstätt organisiert und geleitet.
Natürlich wären wir heute nicht hier, wenn unser lieber Freund und Gönner Maximilian Bickhoff nicht den ausdrücklichen Wunsch geäussert hätte, aus Anlass seines 75. Geburtstages einen Gottesdienst in Lasciallo zu feiern. Als grosser Freund der Schweiz und des Calancatales hat er unsere Arbeit in sein Herz geschlossen und möchte dazu beitragen, sie weiter bekannt zu machen. Wir freuen uns riesig darüber, dass wir ihn zu unseren Mitgliedern zählen dürfen und wir danken ihm, auch im Namen der Einheimischen, für seine grosszügige Unterstützung.

Auf Unterstützung sind wir auch weiterhin angewiesen, denn wir planen, unsere Arbeiten mit den vorhandenen bescheidenen Mitteln weiter zu führen. Wir unterhalten ein Wanderwegnetz Im Umfang von 20 Stunden Marschzeit, wir helfen beim Heuen und bei Holzerarbeiten, erledigen Arbeiten in und um die Kapelle von Lasciallo.

Wir sind aber überzeugt, dass letztlich nur eine Pflege und Bewahrung der gesamten Kulturlandschaft Sinn macht. Unsere Pläne und Visionen gehen in diese Richtung:

Auf den Monti von Cauco soll mit unserer tatkräftigen Unterstützung ein Stück der in Jahrhunderten gewachsenen traditionellen Kulturlandschaft erhalten bleiben, sollen Zeugnisse früherer Bewirtschaftung gepflegt und wieder sichtbar gemacht werden, im Einklang mit einer zeitgemässen Bewirtschaftung der Flächen. Auf den alten Fusswegen soll die Berglandwirtschaft einst und Jetzt erlebt werden können. Zusätzlich erhoffen wir uns dadurch eine bescheidene Tourismusförderung und damit einen kleinen Beitrag zur wirtschaftlichen Erstarkung.

Alle diese Pläne erfordern Hände, die unbezahlte Arbeit verrichten, erfordern Menschen, die sich begeistern lassen und die Solidarität leben. Ihnen verdanken wir die bisher erreichten Ziele und sie brauche ich auch in der Zukunft. Daher nochmals herzlichen Dank an alle, die hergekommen sind und so ihr Interesse an unserer Arbeit bekunden und ein spezielles Dankeschön jenen, die uns unterstützen können.

Im Rahmen dieses Projekts möchten wir damit beginnen, einige der vom gänzlichen Zerfal! bedrohten imposanten Ackerterrassen unter der Felswand Über Lasciallo wiederherzustellen. Ackerterrassen in einem engen Bergtal an derart steilen Hängen sind ein besonders eindrückliches Kulturerbe. Ihre Wiederherstellung und Erhaltung macht aber nur Sinn wenn sie im Rahmen eines kulturellen und ökologischen Tourismus wieder eine Funktion bekommen.

Das Calancatal braucht neue Impulse, einer davon könnte von einer Tourismusförderung ausgehen, die gezielt die beeindruckende Geschichte dieser Kulturlandschaft einbezieht und damit regionale Wurzeln stärkt und sichtbar macht.»

Begrüssungsrede von Dr. Hans Urech