Arbeitseinsätze 2008

30. Pickellager der Arbeitgemeinschaft (27.7.-2.8.2008)

Sonntag, 27.7.2008

Am Sonntag trafen sich wie jedes Jahr die Vereinsmitglieder der Arbeitsgemeinschaft Val Calanca beim Lagerhaus in Sisielma. Noch nie waren wir zu Beginn des Lagers so wenige Leute. Nur 6 Personen nahmen am Abend gemeinsam Znacht. Militärdienst und Studium verunmöglichten vielen Kameraden, ins traditionelle Sommerlagen zu kommen. WC aufbauen, Vordach installieren (was nun bedeutend einfacher ist seit dem neuen System von letztem Jahr), heuen um Sisielma, das waren die ersten Arbeiten auf dem Programm. Das Heuen war aber so eine Sache: Zwar war’s warm, doch ab und zu leichter Regen liess nicht an ein erfolgreiches Trocknen des Grases denken. Diese meteorologischen Umstände sollten uns die ganze Woche noch auf Trab halten.

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Montag, 28.7.2008

Um 7h00 ging’s los. Auf in den neuen Tag. Eine Gruppe von 4 Personen machte sich auf Richtung Pian di Renten. Das oberste Wegstück vom Renten runter nach Sta. Maria musste instandgestellt werden. Der Zivilschutz hat von Sta. Maria von unten her schon begonnen, den Weg auszubessern. Doch ganz zu oberst gab’s noch was zu tun. Heikle, steile Stellen mussten ausgebessert und mit Stufen versehen werden. Das Arbeiten gab Durst. Nur hatten wir eindeutig zuwenig zu Trinken mitgenommen. Was niemand bedacht hatte: Wasserquellen zum Auffüllen unserer Wasserflaschen: Fehlanzeige! So mussten wir leiden und uns auf ein kühles Bier auf dem Rückweg bei der Alp Fora vertrösten. Die ersten Tropfen sind dann dort sogleich in der Speiseröhre verdunstet. Der Rest hat aber den Magen erreicht und ein schönes Wohlgefühl erzeugt. Wettermässig stand das Glück auf unserer Seite. Wir waren den ganzen Tag umgeben von Wolken. Aber erst gegen Abend, auf unserem Rückmarsch, begann es zu regnen.
Unsere Kollegen in Cauco konnten ein Lied davon singen. Den ganzen Tag blieben Wolken über Cauco hängen und bescherte immer und immer wieder Regen. Wie am Tag zuvor: Gras abschneiden konnte man, trocken wurde das Heu aber bei weitem nicht.

Dienstag, 29.7.2008

Die Wetteraussichten waren alles andere als rosig. Eine flache Druckverteilung verhiess Regen am Nachmittag. Wegbau an der Nomnom Südflanke stand auf dem Programm. Sollen wir es wagen, den 3-stündigen Anmarschweg in Angriff zu nehmen? Schliesslich entschieden wir uns dazu - und sollten Recht bekommen. Bis am Abend blieb es trocken. Vier Personen besserten einige wohlbekannte Wegstücke in der Südflanke des Nomnoms aus, welche jedes Jahr von Schneebrettern in Mitleidenschaft gezogen werden. Mit grossen Steinen zogen wir Stützmauern hoch, auf denen der Weg nun entlang führt. Unterhalb des Kanonenrohres am Nomnom wurde der Weg neu angelegt und provisorisch befestigt. Ohne weitergehende Massnahmen werden wir hier Jahr für Jahr Probleme kriegen.
Vier andere Personen blieben in Sisielma, heuten rund um Sisielma und Lasciallo, zersägten Bäume in der Weide von Dorothea Rigonalli und stellten diese zum Abtransport an den Wegrand.
Am Abend kam Giacomo vorbei und brachte eine 28 l Korbflasche mit Rotwein. Vielen Dank Giacomo!

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Mittwoch, 30.7.2008

Nachdem am Montag und Dienstag unser Team um je eine Person gewachsen ist, kamen am Mittwoch drei weitere Kameraden dazu. Eine willkommene Verstärkung unseres Teams. Endlich war’s schön und heiss. Ideales Heuwetter, und so blieben 6 Personen in Gebiet Sisielma-Lasciallo, entbuschten und mähten ein Wegbort hinter der Kapelle St. Antonio, machten sich ans Ausbessern von kaputten Stellen in den ausgedehnten Trockenmauern bei Lasciallo, und halfen Giacomo beim Heuen.
Am späteren Morgen kriegten wir Besuch von Frau Semadeni und Frau Käsermann vom Fonds Landschaft Schweiz. Der Fond Landschaft Schweiz unterstützt finanziell unser Engagement zur Erhaltung und Rekonstruktion der Trockenmauern bei Lasciallo. Sie nahmen einen Augenschein vor Ort bei Hans Urech. Die beiden Frauen waren begeistert und motivierten uns denn auch, mit unserem Einsatz für die Kulturlandschaft der Calancini weiterzumachen. Wer weiss, vielleicht gelingt es uns, weitere finanzielle Unterstützung beim FLS zu sichern?
Eine weitere Gruppe machte sich wiederum auf Richtung Alp Aion. Starkniederschläge im Frühling und Frühsommer haben viel Material entlang der Wasserläufe mitgebracht. Die Steine haben sich hinter der Alp Aion bei einem kleinen Wasserfall verklust, so dass das Wasser entlang des Wanderweges abgeflossen ist, starke Erosionen verursacht und viel Gestein auf dem Weg liegengelassen hat. Dieses Wegstück wurde von den Steinen gesäubert, die Stufen und Übergänge repariert und wiederhergestellt.

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Donnerstag, 31.7.2008 

 Endlich stimmt das Wetter: Grosseinsatz im Bergheuet an 3 verschiedenen Orten. Zusätzlich wird die grosse "Hufeisenmauer" (Trockenmauer) in der Terrassenanlage "Ciüs" bei Lasciallo neu aufgebaut.

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Freitag, 01.08.2008

Bereits um 07.00 Uhr wurde am Frühstückstisch darüber gemunkelt, wo am Abend wohl die meisten Feuerwerke das Tal erleuchten würden. Nach der Stärkung und der kurzen Einsatzbesprechung begab man sich nach Lasciallo, wo Kurt Brunners Stall mit einem provisorisch regendichten Dach abgedeckt wurde. Danach krackselten die noch verbliebenen Arbeitskräfte hinauf zum Kulturstätten- Arbeitsplatz, den Ackerterrassen. Eine weitere Treppe zum besseren Erreichen der oberen Terrassen wurde gesetzt. Weiter wurde ein Mauerabschnitt vor dem Zusammenbruch gerettet, indem man eine steinerne Stütze konstruierte. Damit die Arbeit und die bereits bestehenden Mauern noch besser zur Geltung kommen, fällte man noch ein paar Bäume und schlug die Motten, welche die Mauern überwucherten, ab. Kurz vor dem Mittag befreite man zwei bis drei „Halbtönner-Steine“ aus der einstigen Nutzfläche der obersten Terrasse um sie dann nach dem Mittagessen gekonnt in Position auf die daruntergelegene Mauer zu platzieren. Am Nachmittag wurden die Werkzeuge retabliert und einige gönnten sich noch eine kleine Erfrischung beim Sizilianer in Rossa.

Der Koch war bereits damit beschäftigt, das Festmahl für den Abend vorzubereiten. Im strömenden Gewitterregen wurden die Speisen zubereitet und mit Genuss verzehrt.

Am Abend genoss man die Gesellschaft, die kurze aber alles Wichtige enthaltene „1.-August-Rede“ und zu guter Letzt das eigen improvisierte rein akustische Feuerwerk des Dominik Bisang.

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