Arbeitseinsätze 2006

28. Pickellager der Arbeitgemeinschaft (30.07.-05.08.2006)

Sonntag, 30.07.2006

Wie jedes Jahr fand sich auch heuer eine stattliche Anzahl junger Idealisten am Sonntag Nachmittag in Sisiellma ein. Altbekannte Gesichter begrüssten sich und stimmten sich freudig auf die kommenden Tage ein. Erfreulicherweise konnten dieses Jahr auch 4 neue Gesichter in unserem Kreis begrüsst werden. Ein herzliches Willkommen an dieser Stelle!

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Die Alterstruktur in diesem Lager war ideal. Neben Neulingen, kamen einige schon zum zweitenmal mit, andere zum drittenmal. Wiederum andere haben schon so viele Male teilgenommen, dass sie bereits zum Inventar gehören. Der Chef – Hans Urech – konnte zum Znacht 15 Leute am Esstisch begrüssen. So viele, dass wir neben dem Esstisch einen zweiten provisorischen Tisch aufstellen mussten – sozusagen eine Dependence für die Greenhörner. Zahlreiche Anekdoten vom Chef aus früheren Lagern gab so manchem einen Eindruck, was in den nächsten Tagen auf sie zukommen würde.

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Montag, 31.07.2006

Nach kurzem Frühstuck und Katzenwäsche machte sich eine Gruppe von 7 Leuten um 7h00 auf den Weg, den Abschnitt des Höhenweges von Aion Vec bis zum „Kanonenrohr des Nomnom zu kontrollieren und zu unterhalten. In diesem Jahr befand sich der Zubringerweg (Motta-Aion) in tadellosem Zustand, so dass wir keine Arbeiten auf diesem Abschnitt verrichten mussten und schnell an Höhe gewannen. Weniger als 2 Stunden nach Abmarsch konnten wir die Arbeiten am Höhenweg in Angriff nehmen. Zwischen Aion Vec und der Nomnom-Südflanke wurden Passagen über Bachübergänge neu mit grossen Steinplatten belegt. Damit wird das Queren der Bachläufe angenehm und trockenen Fusses möglich. An zwei neuralgischen Stellen wurde viel Zeit in den Wegbau investiert. Auf kurze Distanz mussten an beiden Orten 2 Meter Höhe überwunden werden. Lohn der Anstrengungen waren schöne Treppen, welche den Auf- und Abstieg einfacher und sicherer machen, und zudem über mehrere Jahre halten werden. Vergraste Stellen wurden mit dem Pickel behauen. Damit wurde die Wegführung besser sichtbar und die Tritte sicherer. Die Traverse in der Südflanke des Nomnom befand sich in sehr gutem Zustand. Die kontinuierlichen Arbeiten der letzten Jahre zeigen nun ihre Früchte.

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Beim Zurückgehen reparierten wir ein kurzes 30 m langes Wegstück zwischen Aion Vec und Aion. Der Weg befindet sich in einer Lawinenrunse, leicht geschützt vor den Schneemassen unterhalb einer Grünerlenvegetation. Jeden Winter wurde der kurze Abschnitt in Mitleidenschaft gezogen. Wir befestigten den Weg nun, indem wir hangseitig mit grossen Steinen eine Stützmauer hochzogen, auf der der Weg nun entlang führt. Ein herannahendes Gewitter zwang uns vorzeitig abzubrechen und den schützenden Wald weiter unten aufzusuchen. Der Spuck war jedoch schnell vorbei. Eine Stunde später konnten wir uns beim Abstieg in den Badegumpen des Bergbaches erholen. Wohlverdienter Lohn für die Strapazen des Tages. Zuhause angekommen staunten wir nicht schlecht: Ein tadelloses neu gezimmertes Plumpsklo wartete auf uns Heimkehrenden. Eine andere Gruppe wiederum hatte in Artoalla rund um die Gebäude herum Bäume und Sträucher entfernt. Mit Heuen war heute nicht viel. Die feuchte, gewittergeladene Luft hat das geschnittene Gras zuwenig getrocknet.

Auf uns alle wartete nun ein feines Znacht von unserem bewährten "Kuk". Er zaubert jeweils mit einfachsten Mitteln ein Festessen hin!

Dienstag, 01.08.2006

Auch an diesem Tag widmeten wir uns dem Wegbau. Nachdem letztes Jahr eine Gruppe den Zubringerweg Bersac-Stabiel kontrolliert und aufwändige Arbeiten berichtet hatte, sind wir dieses Jahr mit 8 Leuten losgezogen. Ein Grossteil des Weges führt nach dem Weiler Bersac durch den Wald. Die Wegmarkierungen waren in ganz schlechtem Zustand. Unkundige können dem Weg nur mit Mühe folgen. Daher wurde das Markieren am Freitag nachgeholt. Neben Zurückschneiden von Bäumen und Ästen kann dieser Abschnitt jedoch kaum verbessert werden. Unser Hauptaugenmerk galt somit hauptsächlich einer Passage, bei der eine grössere Runse traversiert und durchstiegen werden muss. Wegen dem grasigen Bodenbewuchs und der Steilheit und Exponiertheit stellt diese Passage v.a. bei schlechtem, nassen Wetter eine Gefahr dar. Wir haben die grasigen Stellen mit dem Pickel behauen und einen Grossteil des Aufstiegs mit Stufen besser begehbar gemacht. Resultat ist nun eine tadellose Passage, die sicher begangen werden kann. Gut möglich, dass der Zubringer-Weg für den Höhenweg nun wieder an Wichtigkeit gewinnen wird.

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Unseren Tag schlossen wir mit einer Wanderung durch einen der schönsten, wegen seiner Steilheit aber auch anspruchvollsten Wegabschnitte im Calancatal ab: Der wunderbar duftende lichte Alpenrosen-Lärchenwald mit seinem – wohlgemerkt seit jeher – fast vertikal verlaufenden Weg zwischen Stabiel und dem Höhenweg.

Derweil führte eine andere Gruppe mit 4 Leuten die Arbeit im Maiensäss Artoalla vom Vortag weiter. Trockenmauern und Wegstellen neu restaurieren und entbuschen. Ebenso wurde zwischen dem Ferienhaus Tinners und Sisiellma ein ca. 30 m langes Wegstück neu angelegt, so dass der Wanderweg nun nicht mehr durch das Anwesen der Familie Tinner durchführt. Wie jeden Tag halfen auch heute 2 Leute den Bergbauern beim Heuen.

Mit dem einen oder anderen Glas Wein mehr fand der Abend des 1. August seinen wohlverdienten Abschluss.

Mittwoch, 02.08.2006

Morgenessen 7h00. Eine Stunde später als üblich, weil die anfallenden Arbeiten in der Umgebung zu erledigen waren und lange Anmarschzeiten entfielen. Die Schwerpunkte langen bei Wegarbeiten in Lasciallo und bei der Renovation der uralten Ackerterrassen bei Lasciallo. Eine Gruppe mit 4 Leuten arbeitete an einem kurzen Wegstück, welche bei Lasciallo die weiter südlich gelegenen Heuwiesen erschliesst. Wegen Nässe war ein kurzer Abschnitt nur schwer passierbar. Mit grossen Steinen wurde ein gutes Fundament erstellt und die Nasse Stelle drainiert. Eine zweite Gruppe begann die grandiosen Ackerterrassen zu entbuschen, das Grass zu mähen und die Mauern auszubessern. Die Ackerterrassen hatten für die Leute im Dorf seinerzeit ausserordentlich grosse Bedeutung. Die kommt gut in ihren Ausmassen zur Geltung. Durch die Verbuschung wurden die Terrassen in den letzten Jahrzehnten jedoch kaum mehr wahrgenommen, da sie den Blicken der Passanten durch den aufkeimenden Primärwald immer mehr verehrt blieben. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, diese Terrassen während mehrerer Jahre in Stand zu stellen, zu unterhalten und zu pflegen.

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Donnerstag, 03.08.2006

Nach der ersten Wochenhälfte gönnten sich ein bereits ein paar Junge eine kleine Pause. Es wurde aber nicht nur pausiert. Auf dem pompösen Felsen bei Artoalla wurde eine Sitzbank aus Stein und Holz eingerichtet. Nun kann man bequem den schönen Ausblick auf die Berge und das gegenüberliegende Tal geniessen. Die Arbeitsgruppen halfen den lokalen Bauern beim Bergheuen, was sich dieses Jahr ein bisschen schwierig gestaltete, weil es immer wieder kleine Regengüsse gab und das Heu nicht so richtig trocknen wollte. Schliesslich brachte man aber das Heu unter Dach und Fach. Eine weitere Gruppe setzte Pflöcke für den Ziegenzaun, damit es leichter fällt die Drähte des Zaunes zu spannen und damit die Ziegen dann auch da bleiben wo es für sie vorgesehen ist. Ein paar fanden sich am späten Nachmittag im Bergbach und später dann in der Sizilianerspunte von Rossa wieder. Der Tag ging wie so mancher mit einem gemütlichen Abendessen, an welchem noch zwei altbekannte Ehrengäste teilnahmen dem Ende zu.

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Freitag, 04.08.2006

Am Freitag machte man sich daran die bereits angefangenen Arbeiten noch zu beenden. Wiederum konnte man noch sich beim Bergheuen nützlich erweisen und tatkräftig anpacken oder eben anstechen, buggeln und rächen. Weiter wurde oberhalb der Kapelle von Laciallo das Wäldchen entbuscht, so dass man später nur noch die Bäume umholzen muss. Dies dient hauptsächlich dafür, dass mehr trockenere Luft zur Kapelle gelangen kann, denn feuchte Luft ist nicht gut für die frühbaroken Kunstwerke im Innern. Als Nebeneffekt kann man dadurch auch mehr Mähfläche gewinnen. Dann wurden noch ein paar Bäumchen und Äste um die Ackerterrassen oberhalb von Lasciallo umgelegt, damit man einen besseren Ausblick auf die Kultstätte hat. In Sisielma bereitete man sich auf den Abmarsch vor. Das Camp wurde abgebrochen, das neu errichtete Plumpsklo im Trocknen verstaut und noch die letzten Lunchsäckli für den Heimweg bereitgestellt. Nach einem letzten gemütlichen Abendessen neigte sich das Lager dem Ende zu. Ein paar gingen noch am Freitag und die Hartgesottenen blieben noch bis am Samstag. Es war wieder einmal ein sehr schönes, erlebnisreiches Lager mit neuen Gesichtern, altbekannten Arbeiten und der ein oder anderen Überraschung. Beispielsweise munkelt man, dass es von Sisielma eine Alpinmetro bis nach Artoilla geben soll.

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